Performer Voice Mechanic

Zu Nathalie

„Wenn ich zurück schaue und meinen Lebensweg betrachte, sehe ich deutlich einen roten Faden der sich durch all meine verschiedenen Lebensphasen zieht.“

1971 in der Stadt Bern als Tochter einer Cembalistin und eines Architekten geboren, sang Nathalie Claude schon seit ihrer Kindheit. Kunst und Musik waren stets ein wichtiger Bestandteil ihres Familienlebens.

Schon als kleines Mädchen war Nathalie fasziniert von Sprachen und versuchte immer wieder selbst jene, die sie nicht verstand, nachzuahmen. Schon sehr früh sang sie, wenn sie sich unbeobachtet fühlte, im Badezimmer vor dem Spiegel die aktuellen Hits und versuchte dabei Englisch, Französisch und Hochdeutsch nachzuahmen.

Als Nathalie im Alter von 12 Jahren endlich in den Genuss ihrer ersten Englischlektionen kam, verliebte sie sich auf der Stelle in diese schöne Sprache.

„Mit jedem englischen Wort das ich verstand, machte es mehr Spaß zu singen, denn endlich hatte ich überhaupt eine Ahnung wovon die ganzen Songs überhaupt handelten.“

Der Traum eines Tages auf der Bühne zu stehen war seit sie denken konnte präsent. Mit der englischen Sprache wurde er konkreter.

Während längeren Sprachaufenthalt in der französischen Schweiz und Cambridge UK, wurde die Sehnsucht nach der Musik noch größer. Nach ihrer Rückkehr begann Nathalie Klavierstunden zu besuchen und beschäftigte sich eingehend mit Jazz, Blues, Soul und Musik aus der ganzen Welt.

Singen war schon immer ein Bestandteil von Nathalies Leben. Vielleicht dauerte es deswegen einige Zeit bis ihr bewusst wurde, dass sie die Passion zum Beruf machen wollte. Jazz-Standards waren schon immer eine große Leidenschaft von Nathalie und so begann sie, ihre Lieblings-Songs etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Da schon immer eine Affinität für Sprachen vorhanden war, fiel es Nathalie leicht sich in den alten Songs wohl zu fühlen. Sie wurde von einer Band eingeladen ein paar Stücke live zu singen. Damit war der Funke endgültig übergesprungen und es folgten die ersten Unterrichtsstunden für Gesang und Atemtechnik bei Sandy Patton und Sharon Weller.

„Stets auf Suche nach einer Technik, die nicht mit einem bestimmten Stil verbunden war sondern übergreifend angewendet werden konnte belegte ich zahlreiche Workshops bei internationalen KünstlerInnen. Viele Informationen bezüglich des technischen Vorganges beim Singen schienen mir unklar und meine Fragen blieben unbeantwortet—ich wollte mehr Klarheit“.

Diese Zweifel führten zu stetigem Lehrerwechsel, was die Möglichkeit bot, verschiedene technische Richtungen auszuprobieren und den eigenen Körper besser zu verstehen.

1996 zog Nathalie schließlich nach San Francisco wo sie nach kurzer Zeit ihre Mentorin fand. Bei der renommierten Judy Davis studierte sie drei Jahren Gesang, Performance, Interpretation und im Besonderen die singbare Artikulation. Mit dieser Ausbildung fand Nathalie endlich eine Technik, die sich nicht auf einen bestimmten Gesangsstil bezieht und die Grundlage ihrer heutigen Arbeit bildet. In den USA nahm die Sängerin auch Theater-Improvisations- und Swingdancekurse.

Sie begegnete dem britischen Pianisten Terrence Disley, mit dem sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit ergab. Es entstand Nathalies erster Tonträger - die CD „Magic“ auf dem auch der erste selbstgeschriebene Song „Take off“ zu hören ist.

In dieser Zeit trat Nathalie auch regelmäßig in Clubs, Hotelbars, an Parties, Jam-sessions und als Gast bei Lavay Smith, Merrill Hoover, Eric Shifrin und anderen lokalen Jazzmusikern in der Bay Area auf.

1999 zog die Sängerin zurück nach Europa und lebt seither in Berlin.

Schon kurz nach ihrer Ankunft wurde die Sängerin dort mit einer großen Herausforderung konfrontiert—der deutschen Sprache. Obwohl Nathalie als Schweizerin seit Schulbeginn Hochdeutsch spricht, bemerkte sie doch sehr schnell viele kleine Unsicherheiten und vor allem ihr deutlicher Akzent, der sie sofort als Schweizerin entlarvte. Da sie sich aber schon in den USA mit der Artikulation auseinander setzen musste, war es Nathalie ein persönliches Anliegen, solche Problematiken weitgehend aus dem Weg zu räumen. Nathalie wurde freie Dozentin an der Jazzschule Berlin und gab daneben auch Privatunterricht. Sie beschäftigte sich eingehend mit Yoga und Tanz. Die Wirkung dieser Bewegungsformen auf die eigene Stimme hat die Sängerin dazu veranlasst, diverse Körperübungen in ihren Unterricht zu integrieren.

Die Technik von Judy Davis bildete die Grundlage von Nathalies Arbeit als Stimmtrainerin. „Die Wichtigkeit der klaren Artikulation wird meiner Ansicht nach in Europa stark unterschätzt. Ob gesprochen oder gesungen, die Stimme spiegelt immer unser Innerstes und repräsentiert uns in der Aßenwelt. Eine klare Artikulation fördert die Gesundheit der Stimme, verbessert unser Körpergefühl und macht uns attraktiver.“

Durch die intensive Arbeit mit ihren SchülerInnen sammelte Nathalie sehr schnell zahlreiche Erfahrungen. Immer wieder fanden Menschen mit traumatisierten Stimmen zu ihr, denen Nathalie weitgehend wieder zu einer freien Stimme verhelfen konnte.

Bühnenarbeit und Performance bilden einen wichtigen Bestandteil Nathalies Arbeit. Sie arbeitet mit KünstlerInnen an deren Tour-Vorbereitungen und macht Coaching für SängerInnen bei Studioaufnahmen.

2003 nahm Nathalie eine Bühnenpause. Sie begann ihre Erfahrungen mit der Stimme aufzuschreiben und sammelte Übungen, Tips und Tricks um anderen dabei zu helfen ihre Grenzen zu überwinden. Das Projekt „Wellness für die Stimme“ nahm seinen Anfang. 2004 wurde Nathalie schwanger und brachte im Januar 2005 ihren Sohn Tim zur Welt. Dieses Erlebnis bestätigte Nathalie die Verbindung von Körper und Stimme auf einer neuen Ebene und sie nutzte die Babypause um ihr Buch fertig zu schreiben.

Neben ihrem Kurs „Wellness für die Stimme“ hält die Sängerin auch regelmässig andere Stimm- und Gesangsseminare ab. Sie bietet Coaching für SängerInnen, SchauspielerInnen und Geschäftsleute auf ihrem Weg zu einer freien, gesunden Stimme, sicherem Auftreteten und ausdrucksstarker Präsentation an.

Ein weiteres Kursangebot sind die Klassen für „Akzentfreies Englisch/German without a traceable Accent“.