Performer Voice Mechanic

Biographie

„Wenn ich zurück schaue und meinen Lebensweg betrachte, sehe ich deutlich einen roten Faden der sich durch all meine verschiedenen Lebensphasen zieht.“

1971 in der Stadt Bern geboren, als Tochter einer Cembalistin und eines Architekten sang Nathalie Claude schon seit ihrer frühen Kindheit. Kunst und Musik waren stets ein wichtiger Bestandteil ihres Familienlebens.

Als Nathalie fünf war zog die Familie aufs Land und ihr Vater schenkte ihr zu ihrem fünften Geburtstag Tonbänder mit Aufnahmen von Glen Miller und Bigband Hits aus den Vierzigern. „Diese Kassetten hörte ich unzählige Male und sang alle Mellodien mit.“

Dies hat wohl eine entscheidende Rolle im musikalischen Werdegang der kleinen Nathalie gespielt.

Zuerst sang Nathalie im Schulchor und beschäftigte sich eingehend mit der Plattensammlung der Eltern Mit der Pubertät kam auch das Tanzen—Nathalie übte in ihrem Zimmer sooft und solange wie möglich.

Als Nathalie im Alter von 11 Jahren endlich in den Genuss ihrer ersten Englischlektionen kam, verliebte sie sich auf der Stelle in diese schöne Sprache.

„Mit jedem englischen Wort, das ich verstand, machte es mehr Spaß zu singen, denn endlich hatte ich überhaupt eine Ahnung wovon die ganzen Songs überhaupt handelten. Mit 14 begann Nathalie Conga-Unterricht zu nehmen und spielte in einer Percussion-Band.

Der Traum eines Tages auf der Bühne zu stehen war schon immer präsent—ihn zu verwirklichen war eine ganz andere Geschichte.

Während eines längeren Aufenthaltes in Cambridge UK wurde die Sehnsucht nach Musik noch größer. Nach Ihrer Rückkehr setzte sich Nathalie ans Klavier und belegte an der Jazzschule Biel die ersten Jazzpiano Stunden.

Jazz lockte sie vor allem durch die ihm innenwohnende Freiheit immer wieder neue Wege zu finden, sich auszudrücken.

Sehr bald verstand Nathalie jedoch, dass nicht dem Klavier sondern der Stimme ihre große Liebe galt. „Natürlich konnte ich nach ein paar Klavierstunden all die schönen Tunes nicht so spielen wie ich es gerne getan hätte...und während ich mühsam die Akkorde auf zwei Hände verteilte meldete sich klar und deutlich meine Stimme die das Stück längst auswendig konnte. Es war so naheliegend es mal erst zu singen und dann zu spielen.“

Bereits kurz danach stand Nathalie schon mit Eric Rohner auf der Bühne, der sie einlud über ein paar Herbie Hancock Stücke zu improvisieren. “Inzwischen arbeitete ich in einem Jazz-Plattenladen und war süchtig nach immer neuen Hörerlebnissen. Ich hatte dort in sehr kurzer Zeit unglaublich viel Neues mitbekommen und war es seit meinen Glen Miller Tapes gewohnt auch instrumentale Nummern mitzusingen—also habe ich mich vor Herbie nicht gefürchtet.“ Nach dem ersten Bühnenauftritt war klar: Das ist es! Der Funke war gesprungen—Nathalie suchte sich eine Gesangslehrerin.

Sie lernte bei Sharon Weller richtig atmen und arbeitete mit Sandy Patton an ihrer Stimme.Unzählige Workshops folgten. Mit den „Jazzgamblers“ trat Nathalie zum ersten mal angekündigt auf. Das Repertoire bestand aus fünf Stücken.

„Der Gig war ausgemacht worden, bevor ich dazu kam. Ich war so nervös, dass ich einen Barhocker brauchte, weil meine Knie bestimmt versagt hätten. Ich konnte nicht mal das Mikrofon halten. Das Lokal war gerammelt voll—ich hatte wirklich eine wahnsinnige Angst. Aber es klappte. Nach Ende des Sets bestand die vom tobenden Publikum verlangte Zugabe aus den gleichen fünf Stücken.—ich war begeistert. Meine Passion hatte endlich ihre Ausdrucksmöglichkeit gefunden.“

Kurz darauf gründete Nathalie mit Jèrôme de Carli ihr erstes Quartett und erarbeitete mit ihm ein „ordentliches“ Repertoire an Jazz-Standards aus dem ‚Great American Songbook.’ Es folgten weitere Auftritte an Vernissagen, Parties und in kleinen Clubs—alles Gelegenheiten weitere Erfahrungen zu sammeln.

Als sich die Möglichkeit bot nach USA auszuwandern, packte Nathalie ohne lange zu überlegen ihre Sachen und zog 1996 nach San Francisco.

Hier fand sie nach kurzer Zeit ihre Mentorin, die renommierte Judy Davis, bei der sie drei Jahre lang Gesang, Performance, Interpretation und im besonderen singbare Artikulation studierte.

„Ich kam durch ein Zeitungsinserat zu einem Gig mit einem blinden Gitarristen in einem Cafe in San Francisco. Ein Zuhörer sprach mich an und schlug vor, mich mit seiner Gesangslehrerin bekannt zumachen. Eine Woche später besuchte ich Judys Klasse, war vom ersten Augenblick an hingerissen von ihrer Technik, ihrem Wissen und Können. Ich erkundigte mich, nach dem nächst möglichen Datum für den Eintritt in eine ihrer Klassen und nach dem Bewerbungsverfahren: Ich wurde angewiesen, ein Schreiben mit einer aktuellen Aufnahme und meinem Lebenslauf einzuschicken—wie die andern 500 SängerInnen. Die nächste Klasse aber war schon voll. Damit konnte ich mich aber nicht zufrieden geben. Ich fragte Judys Assistenten ob es möglich wäre sie nach dem genauen Datum zu fragen. Er nickte, ging in ihr Büro und kam nach einer kleinen Ewigkeit mit einem seltsamen Ausdruck auf dem Gesicht zurück. „I don’t know how you did it but you’re in “. Judy hatte mich ohne Bewerbung in eine ausgebuchte Klasse aufgenommen. Das war wirklich mein größtes Glück.“

Mit dieser Ausbildung fand Nathalie endlich das langersehnte Handwerkszeug—eine Technik die nicht an einen bestimmten Stil gebunden war. Diese bildet auch die Grundlage ihrer heutigen Arbeit.

Neben der Ausbildung bei Judy belegte Nathalie Schauspiel Improvisationskurse, Tanzkurse und nahm weiterhin Klavierstunden.

In dieser Zeit begegnete sie auch dem britischen Pianisten Terrence Disley, mit dem sich eine erfolgreiche Zusammenarbeit ergab. Es entstand Nathalies erster Tonträger—die CD „Magic“ ,auf dem auch der erste selbstgeschriebene Song „Take off“ zu hören ist.

Nathalie trat regelmäßig in San Franciscos Bay Area in verschiedenen Clubs, Hotelbars, an Parties, Jam-sessions und als Gast bei Lavay Smith, Merrill Hoover, Eric Shifrin und anderen lokalen Jazzmusikern auf.

„Die drei Jahre in den USA waren eine unglaubliche Erfahrung. Ich sang bei jeder Gelegenheit und konnte neben der erstklassigen Ausbildung auch sehr viel Bühnenerfahrung sammeln. Hier war alles ganz anders als in Europa. Die Leute taten alles für eine gute Show. Anderseits war das Publikum guten Jazz gewöhnt, also musste ich mich ganz schön anstrengen um dessen Aufmerksamkeit zu gewinnen. Understatement war nicht gefragt!“ Nach dem Abschluss der Ausbildung lief auch Nathalies Aufenthaltsbewilligung aus und so kam sie zurück nach Europa.

Berlin, eine Stadt die Nathalie schon früher liebgewonnen hatte, wurde 1999 ihre Wirkungsstätte. Sie wurde freie Dozentin an der Jazzschule Berlin und tourte mit einem neu gegründeten Quartett durch die Schweiz.

Mit dem Gitarristen Claus Rückbeil entstand Nathalies zweiter Tonträger. Auf „Walz for Nat“ ist ein weiterer selber komponierter Song zu hören: („You arrived“)

In 2002 gab Nathalie an den Jazztagen Langnau (CH) einen Gesangsworkshop und sang, von Mark Levine am Klavier begleitet, vor ausverkauften-Rängen.

Im gleichen Jahr wurde Nathalie am Staatstheater Braunschweig als Gast engagiert. In dem Kinderstück „Familien-Kochbuch“ spielte sie eine Mutter, die Sängerin ist und erntete viel positive Kritik.

Eine Tournee mit dem Schweizer Pianisten Stewy von Wattenwyl beschloss das ereignisreiche Jahr.

2003 legte Nathalie eine Bühnenpause ein. Endlich fand sie genug Zeit ihre eigene Musik zu komponieren, und zu vertexten und an ihrem Buch über die Stimme zu schreiben. „Seit meinen Anfängen wollte ich immer meine eigene Musik schreiben. Ich hatte nach so langer und intensiver Arbeit an Jazz-Standards wirklich eine Sinnkrise. Ich fühlte mich ausgelaugt und uninspiriert. Da ich aber meine Passion zum Beruf gemacht hatte, wollte ich nicht so weiter arbeiten. Eine Pause war dringend nötig um zu überdenken welche neuen Richtungen ich einschlagen wollte. Auch hatte ich über die Jahre sehr viel Stimm-Training gegeben und wollte diese übungen und Informationen endlich aufschreiben. Mit der Pause sprudelten die Songs nur so aus mir heraus....... und ich wollte endlich auch andere Musik singen.....“

Seit 2004 arbeitet Nathalie mit dem hochkarätigen Jazztrio „Jazzable“ und tritt mit dieser Formation regelmäßig für geschlossene Gesellschaften auf. (Oliver Saar, Saxes, Roland Neffe, Vibes, Johannes Gunkel, Bass)

Des weiteren hat sich Nathalie mit Hans Fahling und Christina Branner-Jespersen zu den „Red Room Rotations“ zusammengefunden eine Funk/Soul/Jazz Band mit eigenem Songmaterial. „Auch dieses Projekt bedeutet mir sehr viel. Wir haben alles selbst geschrieben und singen das meiste Material dreistimmig. Das ist eine neue Herausforderung .“

Am 31. 1. 05 brachte sie ihren Sohn Tim zur Welt und nutzte die Babypause um ihr Buch fertig zu schreiben. Heute unterrichtet sie Profis und Einsteiger, Schauspieler und Redner. Sie gibt regelmäßig Stimmseminare und Workshops.

2006 tourt Nathalie mit ihrem neuen Projekt „E-Motion Pictures“ durch die Schweiz und nimmt in Berlin einen neuen Tonträger auf.

„Mit diesem Projekt verwirkliche ich einen lang gehegten Traum. Meine eigenen Songs finden den Weg auf die Bühne. Wir haben alles selbst geschrieben.“